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Zustand des Antifaschisten-Ehrenmals: Stadt kennt die Missstände – Sanierung dennoch nicht vorgesehen

Die Fraktion BSW Neubrandenburg hat sich mit einer offiziellen Anfrage an die Stadtverwaltung gewandt, um Klarheit über den Zustand der Gedenkanlagen auf dem Neuen Friedhof zu erhalten. Im Mittelpunkt stand dabei das Antifaschisten-Ehrenmal, dessen aktueller Zustand aus unserer Sicht einem würdigen Ort des Gedenkens nicht gerecht wird.

Bereits bei einer Besichtigung fiel auf, dass sich rund um die Gedenkanlage Müll, Glasscherben und ein insgesamt ungepflegtes Erscheinungsbild zeigen. Für einen Ort, der an Menschen erinnert, die Widerstand gegen den Nationalsozialismus geleistet haben, ist das aus unserer Sicht kein akzeptabler Zustand.

Mit unserer Anfrage wollten wir unter anderem wissen:

  • Welche Teile der Anlage unter Denkmalschutz stehen.
  • Wer für Pflege und Unterhaltung verantwortlich ist.
  • Ob der Stadt die Missstände bekannt sind.
  • Welche Maßnahmen bereits erfolgt sind.
  • Ob Mittel für eine Sanierung oder Aufwertung vorgesehen sind.

Das teilt die Stadtverwaltung mit

Die Antwort des Oberbürgermeisters enthält einige bemerkenswerte Aussagen:

  • Das Antifaschisten-Ehrenmal steht unter Denkmalschutz und die Betonmauer mit den Namensinschriften ist Bestandteil der geschützten Gedenkanlage.
  • Der Stadtverwaltung ist der ungepflegte Zustand seit Jahren bekannt.
  • Die Flächen werden zwar regelmäßig gereinigt, die Stadt räumt jedoch selbst ein, dass dies häufig nicht ausreicht.
  • Für eine grundlegende Sanierung oder Aufwertung sind derzeit keine Haushaltsmittel vorgesehen.

Unsere Auffassung

Wer sich öffentlich zu Demokratie, Menschenwürde und einer lebendigen Erinnerungskultur bekennt, muss dies auch im Stadtbild sichtbar werden lassen.

Ein Ehrenmal für die Opfer und Gegner des Nationalsozialismus darf nicht dem Verfall überlassen werden. Dass die Missstände seit Jahren bekannt sind, gleichzeitig aber keine Mittel für eine Sanierung eingeplant werden, halten wir für ein falsches Signal.

Erinnerungskultur darf nicht nur in Reden stattfinden – sie muss sich auch im verantwortungsvollen Umgang mit unseren Gedenkstätten widerspiegeln.

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